Quelle: WAZ Castrop-Rauxel
Dienstag, 19. April 2011

Naturschutz zum Thema machen
Jugendgruppenleiter der Kleingärten starten Projekte Rahmen einer Kinder- und Jugendinitiative
Treffen der Jugendruppenleiter der Kleingärten in Castrop-Rauxel/Waltrop in der Kleingartenanlage Henrichenburg in Castrop-Rauxel. Petra Schmied, Manuela Baumann-Scholtysek, Robert Broeder, Angelika Broeder, Foto: Thomas Gödde 

Nina Lunemann

„Wir müssen die Kinder von den Straßen und vor den Fernsehern und Computern wegholen.“ Angelika Bröder vom KGV Henrichenburg hat große Pläne für die Kinder- und Jugendinitiative der Kleingartenanlage.

Um diese Pläne in die Tat umsetzen zu können, fand jetzt für 14 engagierte Kleingärtner ein Erste-Hilfe-Kurs im Rahmen des Erwerbs der Jugendleiter-Card (JuLeiCa) der Naturschutzjugend NRW, Bezirksverband Castrop-Rauxel/Waltrop der Kleingärtner e.V. im Vereinsheim des KGV statt. „Die Kinder und Jugendlichen von heute wissen überhaupt nicht mehr, wie man draußen spielt, Hüpfkästchen kennen die gar nicht mehr“, klagt Lisa Pauleck.

Die 18-jährige hat an dem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen und möchte sich engagieren. Der Kurs ist aber nicht das einzige, was die Kleingärtner planen. „Wir sind eigentlich laufend unterwegs, auf Lehrgängen oder Waldlife-Seminaren, wo man lernt, in der Natur Feuer zu machen und Suppen zu kochen“, erzählt Angelika Bröder. „Wir müssen den Kindern und Jugendlichen wieder mehr Verbundenheit zur Natur vermitteln, Naturschutz und soziale Kompetenz zum Thema machen“, ermahnt sie.

Die JuLeiCa (Jugendleiterkarte) macht es den Helfern möglich, Ausflüge und Tagesprojekte mit den Kindern anzustreben, bei denen sie sich frei bewegen können. „Mit dem Schein können wir uns einfach in einem größeren Rahmen bewegen“, so Susanne Hülsmann, Teilnehmerin des Kurses.

Das Alter der JuLeiCa-Anwärter ist weit gefächert. Lisa Scholtysek ist mit 15 Jahren die jüngste angehende Gruppenleiterin. Die Kleingärtnerin weiß, warum sie den Schein machen möchte: „Ein großes Angebot für die Jüngeren ist wichtig. Außerdem möchte ich gerne mit Kindern arbeiten.“

In Zukunft sind verschiedene Projekte im Rahmen der Kinder- und Jugendinitiative geplant. „Neben Tagesausflügen und kleineren Projekten wollen wir auch die Kleingartenanlage mit einbeziehen, zum Beispiel durch einen Sinnes-Parcours, den die Kinder und Jugendlichen ablaufen können“, erzählt Bröder.

„Außerdem möchten wir bis zum nächsten Jahr eine Hilfsgruppe für ältere Kleingärtner ins Leben rufen, die sich nicht mehr um ihren Garten kümmern können. Dazu werden wir uns in nächster Zeit an Schulen und Jugendzentren wenden. Jeder ist willkommen, der helfen und fördern möchte!“

In anderen Vereinen wie dem KGV Castrop-Rauxel Nord hat die Initiative schon Früchte getragen. „Dort wurde mit den Kindern ein Tipi und ein Weidenzaun gebaut“, so Bröder.